Informationen zur Unterwassergeburt

Die Unterwasser- oder Wassergeburt gehört bei vielen Völkern der Erde zum normalen Geburtsgeschehen. So in Hawaii, wo Frauen in einem Pool im Wald entbinden oder in Samoa, wo die Frauen dazu ins flache Wasser des pazifischen Ozeans gehen. Bei den Cumash- Indianern schwimmen die Frauen während der Wehen im Meer und kamen zur Geburt an den Strand, in Costa Rica gehen die Frauen zur Entbindung an einem Fluss, die Maori in Neuseeland entbinden in Buchten des pazifischen Ozeans.

Die erste Unterwassergeburt in Europa wurde 1803 in Frankreich dokumentiert. Erst 1963 in Russland durch Cherkovsky kam es zu einer neue Ära und Anfang der 80iger Jahren hielt die Unterwassergeburt in Deutschland Einzug. Ihre Attraktivität stieg mit Zunahme des Wunsches der Frau von der medizinschen zur natürlichen Geburt überzugehen.

Am Diakonie-Krankenhaus Marburg-Wehrda wurde die erste Wassergeburt nach sorgfältiger Vorbereitung durch die verantwortlichen Ärzte im Mai 2000 durchgeführt. Inzwischen erfreut sich das Verfahren steigender Beliebtheit und durch bisher ausschließlich sehr gute Resonanz steigt die Zahl der Wassergeburten stetig an.

Nach den bisherigen Erfahrungen wird die Unterwassergeburt von den meisten Frauen als weniger schmerzhaft in der Eröffnungs- und in der Austreibungsperiode geschildert als die herkömmliche Geburt. Es sind deutlich weniger oft Dammschnitte erforderlich und die Gebärenden können sich durch den Wasserauftrieb besser entspannen.

Bei Einhaltung der üblichen Sorgfalts- und Sicherheitsmaßen birgt die Durchführung der Unterwassergeburt im Vergleich zu anderen praktizierten Geburtsformen kein höheres Risiko für Mutter und Kind.

Zur Sicherheit von Mutter und Kind gelten für eine Unterwassergeburt am Diakonie-Krankenhaus Marburg-Wehrda folgende Ausschlusskriterien:

Mütterliche Kriterien (vor der Geburt)
· Fehlende Einverständniserklärung
· Haut und Viruserkrankungen (z.B. Herpes, HIV, HbsAg- +, Hep C +)
· Gemini-Schwangerschaft
· Übergewicht in der Schwangerschaft (BMI über 23kg/m2)

Fetale Kriterien (vor der Geburt)
· Auffällige CTG-Befunde
· V. a. Früh- (vor 37+0 SSW) bzw. V.a. Mangelgeburt (unter 2500g)
· Geschätztes Kindsgewicht unter 2500 g oder über 4000 g (rel. Kontraindikation)
· Lageanomalien