Toxoplasmoseuntersuchung in der Schwangerschaft

Sehr geehrte Patientin,

bei Ihnen wurde bei der letzten Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung ein Toxoplasmosetest durchgeführt. Das Testergebnis zeigt, dass bei Ihnen keine Immunität (Schutz) gegen den Toxoplasmoseerreger (Toxoplasma gondii)  besteht.

Dies bedeutet, dass Sie sich durch Kontakt z. B. mit Katzen oder durch den Genuss von rohem oder kurzgebratenem Fleisch mit dem Toxoplasmoseerreger infizieren könnten.

Außerdem sollten Sie bei Gartenarbeiten Handschuhe tragen.

Es ist dringend angeraten, dass Sie in der 2. Hälfte der Schwangerschaft erneut einen Toxoplasmosetest durchführen lassen, um zu kontrollieren, dass zwischenzeitlich keine Infektion stattgefunden hat bzw. eine frische Infektion erkannt werden kann.

Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns an.

Für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft wünschen wir Ihnen alles Gute.

und

Die Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Die Toxoplasmose ist eine klassische und aufgrund ihrer geringen Wirts- und Zellspezifität die am weitesten verbreitete parasitäre Zoonose. Der Erreger, der viele Übertragungswege benutzt und über ein breites Wirtsspektrum verfügt, wurde erstmals vor mehr als 100 Jahren beschrieben.

Eine Erstinfektion während der Schwangerschaft kann zur Infektion des Feten führen (konnatale Toxoplasmose). Bei der Schwangeren manifestiert sie sich selten durch klinische Symptome und wird meist indirekt über spezifische Antikörper (Screening) diagnostiziert. Die Wertigkeit des Schwangerenscreenings wird in Deutschland kontrovers diskutiert, was zur Folge hat, das derzeit insb. Der Anteil der durch Krankenkassen finanzierten Untersuchungen rückläufig ist.

Die heute verfügbaren serologischen Testmethoden ermöglichen es in den meisten Fällen die Relevanz der Infektion für die Schwangerschaft zu bestimmen, wenn die Untersuchung vor der 12. SSW durchgeführt wird. Das höchste Risiko für eine symptomatische Infektion beim Feten besteht dann, wenn die Mutter zwischen der 20. – 30. SSW serokonvertiert. Der Anteil an Neugeboren mit schwerer konnataler Toxoplasmose(Hydrozephalus (Wasseransammlung im Gehirn), Retinochorioiditis ( Entzündung der Augen), zerebrale Verkalkungen) liegt nach derzeitigen Schätzungen bei ca. 3% – 5% alle infizierten Neugeborenen.