-Vaginale Abstrichuntersuchung auf Streptokokken der Brubbe B (GBS) ab der 35. SSW

Prophylaxe der Neugeborenensepsis – frühe Form – durch Streptokokken der Gruppe B (GBS)

Streptokokken der Gruppe B sind seit den 70er Jahren die häufigsten Erreger von frühen Infektionen bei Neugeborenen. Unbehandelt oder (zu) spät behandelt kann die Infektion mit Tod im septischen Schock (Kreislaufversagen) oder aber mit neurologischen Schäden des Neugeborenen enden.
Risikofaktoren der frühen Form der Neugeborenensepsis durch GBS sind z.B.

Nachweis von GBS im Ano-Genitalbereich zum Zeitpunkt der Entbindung.
Blasensprung > 18 Stunden,
Fieber unter der Geburt > 38,0°C (Kerntemperatur)

Die Übertragung der GBS auf das Neugeborene erfolgt in der Regel aus der rektio-vaginal GBS-kolonisierten Mutter. Sie lässt sich durch eine peripartale antibiotische Prophylaxe vermeiden. Dadurch kann die Rate GBS-infizierter Neu- oder Frühgeborener mind. Um den Faktor 5 reduziert werden.

Wie häufig sind GBS-Infektionen wirklich?
Dies hängt weitgehend von der Definition ab. Rechnet man nur die Fälle mit positiver Blutkultur ein, so liegt die Rate bei 0,47/1000 Geburten, rechnet man auch die GBS- besiedelten Kinder mit Symptomen der Sepsis hinzu, ist die Rate 5 – 10 mal höher. (Blutvergiftung)

Was sind die Folgen einer neonatalen GBS-Infektion?
Unbehandelt droht der septische Schock und Tod des Neugeborenen. Noch höher ist dieses Risiko bei Frühgeborenen. Immer häufiger wird das forensische Problem, wenn das Neugeborene neurologisch geschädigt ist. Dies wird nicht mehr als natürliches Risiko und Schikcsal angesehen, sondern als Behandlungsfehler, da durch die peripartale antibiotische Prophylaxe eine Prävention möglich ist.

Was ist die beste Strategie zur Praevention?
Möglich ist eine peripartale Prophylaxe bei Risikofaktoren (s.o.) oder je nach der rektovaginalen GBS-Besiedelung der Schwangeren, bzw. einer Kombination dieser Strategien. Beide haben Vor- und Nachteile die diskutiert werden müssen.

Häufig ist der GBS-Status der Mutter in partu nicht bekannt. Welche Möglichkeiten
des GBS-Nachweises gibt es?
Ideal ist der vaginorektale Abstrich in ca. der 35. SSW zum Nachweis von GBS. Leider handelt es sich dabei um eine IGEL-Leistung, die oft nicht durchgeführt wird.

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